
Das Verschmelzen von Gläsern gilt als die älteste Technik der Glasverarbeitung. Vor mehr als 4000 Jahren war sie bereits in Mesopotamien und Ägypten sehr beliebt. Damals waren die Verfahren sehr aufwendig und in den Dimensionen sehr begrenzt. Heute ist dies anders. Vor der eigentlichen Glasverschmelzung findet der Entwurf statt. Bereits in diesem Schritt werden Farben, Größen und Glasdicke festgelegt. Diese Daten dienen zur Bestimmung des Schmelzprogramms. Nach dem Entwurf werden das Trägerglas und die einzelnen Farbglaselemente zugeschnitten. Nach dem Zuschnitt wird das Glas sorgfältig gereinigt und im Ofen platziert. Zwischen Ofenuntergrund und dem Glas benötigt man eine Trennschicht, damit die Trägerscheibe bei hohen Temperaturen nicht am Ofengrund haften bleibt. Als Trennschicht wird üblicherweise keramisches Fasermaterial in Verbindung mit speziellen Trennmitteln verwendet. Grundsätzlich muss bei der Wahl der zu verschmelzenden Gläser den gleichen Ausdehnungskoeffizienten haben. Der Schmelzvorgang selbst umfasst 3 Phasen: die Aufheizphase, die Schmelzphase und die Kühlphase. AUFHEIZPHASE: In einem ersten Schritt wird das Glasobjekt langsam bis über die obere Kühltemperatur hinaus aufgeheizt. Je größer und dicker das Glasobjekt ist, desto geringer muss die Aufheizgeschwindigkeit sein. Hat das Glas die obere Kühltemperatur überschritten, so kann es im zweiten Schritt schnellstmöglich auf die gewünschte Verschmelzungstemperatur gebracht werden. SCHMELZPHASE: Die vollständige Verschmelzung erfolgt im Temperaturbereich von 800°C – 950°C bei entsprechender Haltezeit. Variiert man Haltezeit und Verschmelzungstemperatur, so lässt sich die Oberflächenstruktur des gefusten Objekts maßgeblich beeinflussen. So benötigt z.B. eine Vollverschmelzung höhere Temperaturen und/oder längere Haltezeiten als eine Reliefverschmelzung. KÜHLPHASE: Die Kühlphase dient der Entspannung des Glases wird der Aufbau von Restkühlspannungen weitestgehend vermeiden. Dabei durchläuft das Glas den oberen und unteren Kühlpunkt in einem entsprechenden Zeitintervall, abhängig von der Dicke, Abmessung, Isolierung des Ofens und weiteren Parametern.
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